>>> Neues Webportal „Ehen vor Gericht“ gelauncht!!! <<<

Wir sind umgezogen… Besuchen Sie uns auf unserem neuen Webportal unter www.univie.ac.at/ehenvorgericht.

 

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Launch des Webportals „Ehen vor Gericht“ am 10. Dezember 2015

Die Vorbereitungen für das neue Webportal unseres Forschungsprojekts „Ehen vor Gericht“, das am 10. Dezember 2015 im Lesesaal des Instituts für Geschichte präsentiert werden wird, laufen auf Hochtouren.

Die neue Webseite wird eine Beschreibung des Forschungsprojekts und -teams beinhalten sowie die rechtlichen Rahmenbedingungen ebenso wie die überlieferten Quellen und die Vorgangsweise bei der Quellenerhebung skizzieren. In die Webseite eingebunden wurde darüber hinaus eine Onlinedatenbank, in der sich Informationen zu über 2.100 Ehepaaren aus dem Zeitraum zwischen der Mitte des 16. und der Mitte des 19. Jahrhunderts befinden. Wie bisher, wird das Webportal auch einen Blog umfassen, der regelmäßig aktuelle Informationen und Ankündigungen veröffentlichen wird.

Am selben Abend werden wir auch die neue Ausgabe der Frühneuzeit-Info zum Thema streitpaar – Verfahren in Ehesachen präsentieren.

Zur Einladung

Ehen vor Gericht: Bilanz und Ausblick eines Forschungsprojekts

Vortrag im Rahmen der Reihe Geschichte am Mittwoch und des Jour fixe des Instituts für die Erforschung der Frühen Neuzeit
Ort: Universität Wien – Institut für Geschichte, HS 45

Zeit: Mittwoch, 11. März 2015, 18.30 s.t. – 20.00 Uhr

Abstract
Im Rahmen des FWF-Forschungsprojekts „Ehen vor Gericht“ (P20157-G08) haben wir uns in den letzten drei Jahren intensiv mit der Ehegerichtsbarkeit des Erzherzogtums Österreich unter der Enns vom ausgehenden 16. bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts auseinandergesetzt. Unsere Aufmerksamkeit galt insbesondere jenen Gerichtsprozessen, welche die Beendigung (Verfahren in puncto Scheidung von Tisch und Bett sowie in puncto Nichtigkeit der Ehe) beziehungsweise die Fortführung des ehelichen Zusammenlebens unter bestimmten Bedingungen (Cohabitierungsverfahren) zum Inhalt hatten. Neben der Vielfalt an Konfliktfeldern, welche die Eheleute beziehungsweise deren Anwälte vor Gericht zum Thema machten, interessierten wir uns vor allem für die den Streitparteien zur Verfügung stehenden Handlungsmöglichkeiten und die Frage, welche Faktoren und Kategorien diese erweiterten oder beschränkten. In den Fokus gerieten damit auch die regional und zeitlich sehr unterschiedlichen Bestimmung des Ehegüter- und des Erbrechts. In den in Kernuntersuchungsabschnitte unterteilten drei Jahrhunderten konnten die Ehekonflikte von über 2.100 Ehepaaren eruiert werden. Die primäre Quellenbasis bildeten die Protokollbücher der bis 1783 zuständigen Kirchengerichte sowie die Gerichtsakten der nach 1783 für Ehescheidungen zuständigen weltlichen Gerichte.
Der Vortrag gibt einen Einblick in die Arbeitsweise des Forschungsteams und zieht eine (Zwischen-)Bilanz über die gewonnenen Erkenntnisse.

Zum Nachhören: Ö1-Dimensionen „Bevor der Tod sie scheidet“

Welche Möglichkeiten, sich von seinem ungeliebten Ehepartner bzw. seiner ungeliebten Ehepartnerin zu scheiden, hatten christliche Ehepaare in der Frühen Neuzeit? Welche Argumente brachten die Eheleute bzw. deren Anwälte vor und inwieweit wurden diese von den Kirchengerichten als Scheidungsgrund anerkannt? Welchen Ausgang nahm etwa die Scheidungsklage, die Regina Hoferin 1782 beim Wiener Konsistorium gegen ihren Mann eingebracht hatte?
Mit diesen und weiteren Fragen beschäftigten sich die Ö1-Dimensionen vom 28. Oktober 2014. Im Mittelpunkt der von Lukas Wieselberg gestalteten Sendung stehen eine Geschichte der Ehescheidung von der Reformation bis zur Aufklärung und erste Ergebnisse unseres Forschungsprojekts sowie der in Wien abgehaltenen, internationalen Tagung „Kein Bund für’s Leben? Eheleute vor kirchlichen und weltlichen Gerichten“.

Zum Nachhören der Sendung:

 

Bevor der Tod sie scheidet. Ehetrennungen im Mittelalter und der Neuzeit.

Gestaltung: Lukas Wieselberg

Körperliche Gewalt, Ehebruch, Impotenz. Aber auch nicht vorhandene oder “falsche” Gefühle. Und immer wieder wirtschaftliche Fragen und Streit um Unterhalt und Kinder. Das sind nicht nur wichtige Gründe für Scheidungen in der Gegenwart. Sie spielten schon im Mittelalter und in der frühen Neuzeit eine wichtige Rolle.

In einem bisher einzigartigen Forschungsprojekt haben Historikerinnen tausende Akten aus dem 16. bis 19. Jahrhundert untersucht, die von Eheverfahren in Niederösterreich und Wien stammen. Auch wenn Katholik/innen die Scheidung verboten war, konnten sie sich doch “von Tisch und Bett trennen”. Notwendig dafür war ein Verfahren vor einem kirchlichen und – ab 1783 – weltlichen Gericht. Deren Dokumente zeigen nicht nur erstaunliche Parallelen in die Gegenwart. Sie liefern auch Einsicht in das Leben einfacher Handwerker und Taglöhner/innen, die üblicherweise nicht im Fokus der Geschichtswissenschaft stehen.

Science.orf.at-Beitrag über Eheannullierungen und das Argument ‚Impotenz‘

Ein Grund, um Ehen zu annullieren

Katholische Ehen können bis heute kirchlich nicht geschieden werden. Möglich ist hingegen eine Annullierung der Ehe – aus bestimmten Gründen. Einer davon ist Impotenz. Diese Unfähigkeit, „die Ehe zu vollziehen“, legitimierte bereits im Kirchenrecht des Mittelalters eine Annullierung – Impotenz zu beweisen, war aber nicht immer ganz leicht.

Das zeigt die Auswertung von Gerichtsprotokollen, die Susanne Hehenberger, Historikerin und Provenienzforscherin am Kunsthistorischen Museum Wien (KHM), gemacht hat.

Kommt nur selten vor

Hehenberger arbeitet in einem vom Wissenschaftsfonds FWF geförderten Projekt mit, das gerichtliche Ehetrennungs- und Annullierungsverfahren vom 16. bis 19. Jahrhundert untersucht. Und zwar in Wien und Niederösterreich, dem damaligen „Erzherzogtum unter der Enns“, einem Stammland des Habsburgerreichs. mehr…

Ö1 Dimensionen „Bevor der Tod sie scheidet“

Morgen Abend (28. Oktober) um 19:05 Uhr befasst sich Ö1 in den Dimensionen mit unserem Forschungsprojekt und der internationalen Tagung, die im September in Wien stattfand:

Bevor der Tod sie scheidet. Ehetrennungen im Mittelalter und der Neuzeit. Gestaltung: Lukas Wieselberg

Körperliche Gewalt, Ehebruch, Impotenz. Aber auch nicht vorhandene oder „falsche“ Gefühle. Und immer wieder wirtschaftliche Fragen und Streit um Unterhalt und Kinder. Das sind nicht nur wichtige Gründe für Scheidungen in der Gegenwart. Sie spielten schon im Mittelalter und in der frühen Neuzeit eine wichtige Rolle.

In einem bisher einzigartigen Forschungsprojekt haben Historikerinnen tausende Akten aus dem 16. bis 19. Jahrhundert untersucht, die von Eheverfahren in Niederösterreich und Wien stammen. Auch wenn Katholik/innen die Scheidung verboten war, konnten sie sich doch „von Tisch und Bett trennen“. Notwendig dafür war ein Verfahren vor einem kirchlichen und – ab 1783 – weltlichen Gericht. Deren Dokumente zeigen nicht nur erstaunliche Parallelen in die Gegenwart. Sie liefern auch Einsicht in das Leben einfacher Handwerker und Taglöhner/innen, die üblicherweise nicht im Fokus der Geschichtswissenschaft stehen.

Frühneuzeit-Info 25 (2014)

Die aktuelle Nummer der Frühneuzeit-Info befasst sich mit „Kunstsammlungen in Österreich“. In der offenen Sektion findet sich ein interessanter Beitrag über „Normen und Praktiken der Eheschließung in der frühneuzeitlichen Grafschaft Lippe“ von Iris Fleßenkämper.
Hier das Inhaltsverzeichnis inkl. den englischsprachigen Abstracts…