17. Fachtagung des AK Geschlechtergeschichte der FNZ über Gerichtsakten

Das Programm der 17. Fachtagung des Arbeitskreises Geschlechtergeschichte der Frühen Neuzeit ist online. Die diesjährige Tagung widmet sich der Quellengattung ‚Gerichtsakten‘ und findet von 3. bis 5. November in Stuttgart-Hohenheim statt.

Während die Tagungen in den letzten Jahren meist einen thematischen Fokus hatten, sind wir dieses Jahr einen anderen Weg gegangen und haben mit Gerichtsakten, verstanden als von und für Gerichte produzierte Materialien, eine spezifische Textgruppe ins Zentrum gestellt. Die Analyse der Akten und Protokolle von Kriminal- und Ehegerichten bildet seit vielen Jahren einen Schwerpunkt der frühneuzeitlichen Geschlechtergeschichte. Ziel der Tagung ist es, „Gerichtsakten“ als Medium zur Erforschung historischer Prozesse einer Re- und Neulektüre zu unterziehen, nach den Entstehungskontexten, den Erkenntnis­möglichkeiten, aber auch nach den Grenzen der verschiedenen von und für Gerichte produzierten Textsorten zu fragen.
Das Interesse richtet sich dabei nicht nur auf Akten und Protokolle, sondern auf jede Sorte gerichtlicher Überlieferung – von Gutachten über Korrespondenzen bis zu Suppliken – und ebenso auf deren (nicht nur) papierne kommunikative Kontexte. Da ForscherInnen der skandinavischen Länder oft wegweisende Forschungen vorgelegt haben, freut es uns besonders, dass wir Jonas Lilliequist von der Universität Umeå für den Abendvortrag gewinnen konnten.